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Hund im Backofen -

Wenn die Hundstage für den Hund gefährlich werden

Von Dr.in Michaela Partej, Mag.a Marlen Janu, Mag.a Marisa Hammer

So sehr wir uns nach dem langen Winter auch auf die Sonne und Wärme freuen - es kommt bald wieder der Moment, wo wir die Hitze als unerträglich empfinden und uns am liebsten an einen kühlen Ort zurückziehen. Wie gehen aber unsere Vierbeiner mit dieser körperlichen Belastung um, ausgestattet mit viel Fell und nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur wie wir Menschen durch Schwitzen zu regulieren? 

Die größte Gefahr an heißen Tagen stellt der Hitzschlag dar. Diese lebensgefährliche Überhitzung des Körpers entsteht durch körperliche Überanstrengung oder den Aufenthalt in überhitzten, geschlossenen Räumen (Auto!). Keine oder nur unzureichende Flüssigkeitszufuhr kommen meist noch hinzu.

Wir wollen in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hinweisen, dass auch ein leicht geöffnetes Autofenster keinen Schutz vor dem extremen Temperaturanstieg bietet. Lassen Sie Ihr Tier daher im Sommer niemals in der Todesfalle Auto zurück!

Schon wenige Minuten können ausreichen, um einen Hund oder auch andere tierische Begleiter in ernste Lebensgefahr zu bringen, da Hunde nur an den Pfoten Schweißdrüsen besitzen und ihre Körpertemperatur nicht wie wir Menschen über das Schwitzen regulieren können. Die Temperaturregelung erfolgt ausschließlich über das Hecheln. Hierbei wird Feuchtigkeit und Wärme über die Zunge und das geöffnete Maul abgegeben. Dies führt zu einem erhöhten Flüssigkeitsbedarf, der ausgeglichen werden muss. Um die Temperaturentwicklung im Auto darstellen zu können, haben wir die durchschnittlichen Grade für Sie tabellarisch aufgelistet:

Außen-temperatur

Innentemperatur nach

5 Min

10 Min

30 Min

60 Min

20°C

24°C

27°C

36°C

46°C

22°C

26°C

29°C

38°C

48°C

24°C

28°C

31°C

40°C

50°C

26°C

30°C

33°C

42°C

52°C

28°C

32°C

35°C

44°C

54°C

30°C

34°C

37°C

46°C

56°C

32°C

36°C

39°C

48°C

58°C

34°C

38°C

41°C

50°C

60°C

36°C

40°C

43°C

52°C

62°C

38°C

42°C

45°C

54°C

64°C

40°C

44°C

47°C

56°C

66°C

Schon ab 20°C Außentemperatur kann Lebensgefahr herrschen!!!

 

Allgemeine Tipps bei Hitze

  • Achten Sie darauf, dass immer genügend Wasser zur Verfügung ist. Nehmen Sie dieses auch bei Spaziergängen mit. 
  • Gehen Sie in den frühen Morgen- bzw. den späten Abendstunden ausreichend spazieren. Die Gassi-Runde sollte in der Mittagshitze vermieden bzw. kurz gehalten werden und die Pfoten sollten nicht zu lange auf heißem Asphalt stehen. 
  • Bieten Sie Ihrem Haustier kühle Unterlagen an (nasse Handtücher, Cool-Packs mit Stoff umwickelt); lassen Sie Ihr Tier jedoch selbst entscheiden, ob es darauf liegen möchte. 

Medizinische Fakten

Hunde können ihre Körpertemperatur nur bis zu einer Außentemperatur von circa 27 Grad Celsius mittels Hecheln ausgleichen. Bei einem Hitzschlag ist der Puls bei niedrigem Blutdruck und schneller, flacher Atmung erhöht. In weiterer Folge kommt es zum Schock - einer schweren Kreislaufstörung, bei der die Blutzirkulation in den kleinsten Blutgefäßen des Körpers vermindert ist. Dadurch werden die Organe und Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Ursache dafür ist meist eine starke Verminderung der zirkulierenden Blutmenge - im Falle des Hitzschlages „versackt“ das Blut durch die Weitstellung der Hautgefäße an der Körperoberfläche. Häufig beobachtete Symptome sind

  • Schwindel,
  • Übelkeit und
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit. 

Durch weitere Überhitzung kommt es zu einem Gehirnödem (Flüssigkeitsansammlung im Gehirn), das oft zum Tod des Hundes führt. Auch wenn der Hund überlebt, kann es bereits zu einer bleibenden Gehirnschädigung gekommen sein.

Risikofaktoren

  • dunkle Fellfarbe
  • dichtes, langes Fell
  • bekannte Herz-Kreislauferkrankungen (aber auch versteckte, die sich erstmals in dieser Belastungssituation äußern)
  • Alter
  • brachyzephale Rassen (z.B. französische und englische Bulldogge, Mops, Boxer, Pekinese, Shih-Tzu), deren rassetypische Problematik der oberen Atemwege auch zu einer gestörten Thermoregulation führt
  • Übergewicht
  • ausgeprägter Spiel- und Jagdtrieb - gerade bei Apportierspielen ist es leicht möglich, dass der Hund im Eifer des Gefechts seine Belastungsgrenze überschreitet

Aber auch mit jedem anderen Hund, auf den keiner dieser Punkte zutrifft, sollte man Aktivitäten um die Mittagszeit vermeiden
Ist es jedoch schon zu spät und bereits zu einer Überhitzung oder einem Hitzschlag gekommen, sollte man den Hund als Erste-Hilfe-Maßnahme sofort in den Schatten bringen und kühlen (z.B. mit feuchten Tüchern). Wenn das Bewusstsein des Hundes ungetrübt ist, sollte ihm Wasser angeboten werden. Bei Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit oder Abweichungen der Zungenfarbe (dunkelrot, lila, blau) sollte jedoch ohne Verzögerung sofort die nächste Tierärztin oder der nächste Tierarzt aufgesucht werden. Der Hund ist in akuter Lebensgefahr

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