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Wiener Tierschutzverein zum Welt-Ei-Tag: Öffentliche Hand ist gefordert

Am 9. Oktober wird offiziell der Welt-Ei-Tag begangen. Für den Wiener Tierschutzverein Grund genug, die Situation des Eis in Österreich unter die Lupe zu nehmen. Tierschutzbewegungen haben gemeinsam mit der österreichischen Landwirtschaft in der Eierproduktion schon viel erreicht: Österreich hat in punkto Legehennenhaltung das höchste Level innerhalb der EU, die Eierdatenbank garantiert die wahrheitsgemäße Angabe der Herkunft und der Haltungsart von Frischeiern. So gibt es etwa in der Produktion von Eiern und Geflügel seit Längerem eine Zusammenarbeit zwischen Bäuerinnen und Bauern, den Interessensvertretungen der Landwirtschaft, der AMA und Tierschutzvereinen wie dem WTV.

Die konventionelle Käfighaltung, wo Hennen auf wenigen Zentimetern brutalst ihr Dasein fristen mussten, ist hierzulande seit 2009 verboten, Österreich war damit Vorreiter in der EU. Für die so genannte Haltung in „ausgestalteten“ Käfigen (es handelt sich hierbei um etwas größere Käfige mit Sitzstand, Legenest und Scharrfläche) gab es eine Übergangsfrist, die mit Ende dieses Jahres ausläuft. Die wenigen Betriebe, die diese Haltungsform noch praktizieren, müssen dann umgestellt sein. Denn dann ist auch diese Haltungsform in Österreich verboten. „Wir sind damit das erste Land in der EU, dass auch diese Haltungsform verbietet“, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic. Denn leider sieht es im gesamten EU-Raum noch anders aus: In der EU werden noch immer 50 Prozent der 390 Millionen Legehennen in ausgestalteten Käfigen gehalten.

Dubiose Eiprodukte

So rosig die Situation bei Frischeiern sein mag, so dubios ist sie bei verarbeiteten Eiern. „Nur 40 Prozent aller Eier, die in Österreich konsumiert werden, werden als Frischei über den Lebensmittelhandel abgesetzt. Der Rest wird in der Gastronomie, Hotellerie oder Lebensmittelindustrie verarbeitet. Dort fehlt es allerdings weitgehend an der Kennzeichnung hinsichtlich Haltungsform und Herkunft“, so Petrovic. Daher fordert der WTV endlich eine verpflichtende Kennzeichnung aller Ei-Produkte. Nicht selten stammten die Eier in Fertigprodukten auch aus großen osteuropäischen Agrarfabriken, wo die konventionelle Käfighaltung noch an der Tagesordnung ist.

Öffentliche Hand gefordert

Die öffentliche Hand muss hier endlich mit gutem Beispiel vorangehen. Nicht nur bei Eiern, sondern bei allen tierischen Lebensmitteln“, fordert Petrovic. Konkret heißt das: In öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern oder Altersheimen sollten nur tierische Produkte verwendet werden, die zumindest jene Kriterien, die im österreichischen Bundestierschutzgesetz festgelegt sind, erfüllen. „Das wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ein weitere wäre ein sofortiges Verbot des Imports von Käfigeiern. Und den Konsumentinnen und Konsumenten sei geraten: Achten Sie auf die Herkunft Ihrer Eier. Seien Sie mutig und fragen auch im Restaurant, woher die Eier auf Ihrem Teller stammen“, so Petrovic.

 

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