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Tierschutz ist Umweltschutz - und umgekehrt.

Das Statement unserer Präsidentin Madeleine Petrovic zur aktuellen Situation im Regenwald:

 

So verwerflich und verantwortungslos die Politik des brasilianischen Präsidenten in Sachen Vernichtung der "Grünen Lunge" der Erde auch sein mag: moralische Appelle und das Angebot von Feuerwehr-Flugzeugen sind keine adäquate Antwort der entwickelten Industriestaaten. Vielmehr provoziert diese verkürzte Sicht geradezu eine Replik, wonach die europäischen Staaten vor der eigenen Türe kehren sollten. Dass der Klub der reichen Industriestaaten aber zumindest nicht mehr an diesem Thema vorbeikommt, ist ein Spalt in der Türe, die die Zivilgesellschaft und die NGOs beharrlich weiter öffnen müssen.

In Österreich lässt eine ernsthafte Auseinandersetzung der Regierenden mit NGOs über die Fragen von Nutztierhaltung, Tiertransporten, Schlachtung und Fleischkonsum seit Jahren auf sich warten. Dabei ist die Klimakrise ohne einen neuen Ansatz in der Produktion und Vermarktung tierischer Lebensmittel nicht bekämpfbar.

Solange in Europa Schweine, Geflügel und Rinder weit über einen maßvollen Bedarf hinaus mit Futtermitteln aus Ländern wie Brasilien unter qualvollen Bedingungen (Vollspalten-Böden, ganzjährige Anbindehaltung) gemästet werden, Supermärkte mit Fleisch in Dumping-Angeboten werben dürfen oder nicht einmal erfasst wird, welche ungeheuren Mengen der produzierten Fleischprodukte auf Müllhalden landen, werden die Feuer im Amazonas weiter brennen. Es wird keinen internationalen Dialog dazu geben, sondern nur weiterhin politische Polemik und wechselseitige Schuldzuweisungen.

Und an die Adresse der wahlwerbenden Parteien: Armut lässt sich weder durch niedrige Spritpreise noch durch Dumping-Schnitzel bekämpfen, sondern durch Umverteilung und gerechte Besteuerung und den absoluten Vorrang für den sparsamen Umgang mit den Ressourcen dieser Erde. Dazu muss die Verschwendung von Ressourcen auch finanziell unattraktiv gemacht werden. Wenn glaubwürdige Schätzungen davon ausgehen, dass ein Viertel bis ein Drittel der produzierten Lebensmittel nicht konsumiert, sondern weggeschmissen werden, dann sollte niemand mehr lange nachdenken müssen, was moralisch geboten und buchstäblich überlebenswichtig ist. 

Die österreichische Tierschutzbewegung wartet seit langem auf einen ernsthaften Dialog mit den politischen Parteien, insbesondere mit den Regierenden im Lande. Die letzten (schlechten und fatalen) gesetzlichen Änderungen sind ohne jede Bereitschaft zu Verhandlungen mit namhaften Tierschutz-Organisationen durchgeboxt worden. Bis jetzt gab es kein Signal in Richtung demokratischen Mitbestimmung.

Wir waren und sind dazu bereit.

Madeleine Petrovic
Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins 

 

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