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Junge Wildtiere schützen

Die Hintergründe, wieso verlassene Jungtiere ohne Mutter gefunden werden, sind oftmals äußerst dramatisch. Nicht selten werden die Muttertiere Opfer des Straßenverkehrs und ihre Jungtiere bleiben alleine zurück. Oder sie sind - was fast noch öfters vorkommt - ein Opfer der Jagd. In unserem Tierschutzhaus finden viele dieser Wildtiere kompetente Pflege, so wie jüngst das Wildschweinjunge „Berta“. 

Leider gibt es gerade im Osten Österreichs nach wie vor Regelungen, die für zivilisierte Menschen mit Herz - und auch für viele redliche Jägerinnen und Jäger selbst - untragbar und unverständlich sind. So existieren etwa in Niederösterreich für kleine Raubtiere wie Füchse, Marder, Mausmarder, Iltisse oder Wiesel, aber auch für Wildschweine, Wildkaninchen oder Waschbären nach wie vor gar keine Schonzeiten. 

Ein Beispiel: Fuchs-Mütter, die aktuell ihre Jungen im Bau zu versorgen haben, können quasi immer abgeschossen werden. Dieser Umstand wirkt sich besonders schlimm auf die Jungtiere der genannten Tierarten aus, die ohne Mutter qualvoll und langsam an Hunger, Durst oder Kälte sterben. Wir haben gegen diese Barbarei bereits vor einigen Jahren eine Petition gestartet. Leider wurden bisher auch alle Anträge gegen diese Praktiken im NÖ Landtag stets abgelehnt. Laut unserer Präsidentin Madeleine Petrovic kam vom zuständigen Landtagsabgeordneten die Antwort, dass anständige Jäger das ohnehin nicht täten. Logisch gedacht könnte es dann aber auch ohne weiteres ein Verbot geben.

Sonderfall Wildschweine:

Apropos Jagdrecht: Bei Wildschweinen ist die Situation besonders fragwürdig. Denn Muttertiere, die Babys haben - so genannte „führende Bachen“ - dürfen zwar eigentlich nicht bejagt werden, aber wenn zuerst die Frischlinge (für die es keine Schonzeiten gibt) erlegt werden, kann danach die auch Mutter, die ja dann keine Babys mehr hat, getötet werden. Das alles ist laut Gesetz legal. 

Dringender Handlungsbedarf: 

Unsere Präsidentin ortet dringenden Handlungsbedarf: „Es wird höchste Zeit für ein modernes Jagdrecht, das auch das Wohl der Tiere berücksichtigt und nicht die Vorteile einiger unredlicher Menschen in der Jägerschaft, die Wildtiere immer noch als unliebsame Jagdkonkurrenz sehen“, so Petrovic. 

Hier geht's zu unserer Petition - wir fordern Schonzeiten für ALLE Wildtiere. Wir bitten um Unterstützung. Jede Stimme zählt! 

 

Reaktion auf Stellungnahme des NÖ Jagdverbandes: Wir fordern Antworten statt Poesie! 

Auf unsere Forderung nach mehr Rücksicht auf junge Wildtiere und der Einführung von Schonzeiten für alle Wildtiere reagiert der NÖ Jagdverband mit Poesie statt klaren Antworten. Diese Reaktion lenkt mit poetischen Ausführungen über die Naturliebe der Jägerschaft von den konkreten Missständen völlig ab. Wir finden: Anstatt sich in schwülstigen Formulierungen zur Naturliebe der Jägerschaft zu verlieren, sollte der Verband auf die konkret genannten Missstände antworten. Es geht hier nicht darum, die redliche Jägerschaft, die sich um ein ökologisches Gleichgewicht kümmert, schlecht zu machen. Mit diesen pflegen wir beim WTV auch stets gutes Einvernehmen.

Tatsache ist vielmehr, dass wir konkrete Missstände wahrgenommen haben und diese vom Jagdverband geflissentlich ignoriert werden. So gibt es keinerlei Stellungnahme dazu, warum es bei einer Fülle von Tierarten keinen einzigen Tag Schonzeit gibt. Und zur Klarstellung: Es geht hierbei nicht nur um Jungtiere, sondern um sämtliche Exemplare dieser Arten. Laut niederösterreichischem Jagdgesetz dürfen folgende Tierarten von 1. Jänner bis 31. Dezember geschossen werden: Fuchs, Steinmarder, Waldiltis, Wiesel, Marderhund, Waschbär und Wildkaninchen. Kleinen Räubern gönnt man also - auch ohne Rücksicht auf deren Jungtiere - keinerlei Schonung. „Das Jagdrecht ermächtigt zwar zur waidgerechten Jagd auf Wildtiere, nicht aber zum qualvollen Hungertod von unversorgten Jungtieren. Die Opfer dieser Praktiken - vor allem die Jüngsten - sitzen oft bei uns im WTV. Wir verkennen nicht, dass es auch in Einzelfällen zu Problemen mit Haustieren kommen kann. Aber wie der Jagdverband vorzugehen - sprich Schutzmäntel für alle Umtriebe der Jagd zu finden einen weit größeren Teil der Realität auszublenden und alles in einen Topf zu werfen - verhindert einen sinnvollen Dialog zwischen Tierschutz und ökologisch denkenden Jägern“, sagt unsere Präsidentin Madeleine Petrovic.

Und im Falle von Wildschweinen ist den Verantwortlichen zudem ein Blick ins Jagdgesetz empfohlen, denn dort findet sich folgendes: Keiler, nicht führende Bachen und Frischlinge dürfen vom 1. Jänner bis 31. Dezember geschossen werden. Welchen Sinn macht es, die Muttertiere - sprich führende Bachen - zu schützen, wenn der Nachwuchs ganzjährig geschossen werden darf?

Zusammengefasst: Wäre es dem Jagdverband wirklich ernst mit der Sorge um Wildtiere, dann würde er schon längst unserer Forderung nach Schonzeiten für alle Tiere unterstützen. Wer Jungtiere dem langsamen und qualvollen Hungertod preisgibt, dessen Sorge für die Natur ist halbherzig. Die Bekämpfung der Raubtiere ist der falsche Weg, um Beutetiere zu schützen. In der Natur gibt es ein Gleichgewicht. Das sollte der Jagdverband endlich gemeinsam mit der Tierschutzbewegung verteidigen.

 

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