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Tauben (Columbidae)

Allgemeines

Tauben gehören zu einer sehr artenreichen Familie unter den Vögeln. Wissenschaftlich werden sie zur Ordnung der Taubenvögeln (Columbiformes) gezählt. Ihr Körperbau ist recht einheitlich, zudem besitzen sie einen relativ kleinen Kopf, der beim Gehen charakteristisch vor- und zurückwippt. Tauben haben ein friedliches, sanftes Wesen und symbolisieren neben Frieden und Liebe im Christentum auch den Heiligen Geist. Entgegen der verbreiteten Auffassung handelt es sich bei Stadttauben nicht um Wildtiere, sondern um verwilderte Haustauben, die früher beispielsweise als Brieftauben eingesetzt wurden. Mit der Zeit wurden diese jedoch nicht mehr in der Intensität wie zu Beginn gebraucht und wurden als Folge dessen leider ausgesetzt.

Dank der bemerkenswerten Anpassungsfähigkeit konnten sich die ehemaligen Haustauben an die neuen Lebensbedingungen gewöhnen, finden sich aufgrund ihrer Bindung zum Menschen auch immer in dessen Nähe und gelten auch als "Kulturfolger des Menschen". Wohnhäuser bzw. Gebäude dienen den Tieren als eine Art künstliche "Felslandschaft". Durch den Menschen in der unmittelbaren Umgebung ist auch das Futterangebot in der Regel immer ausreichend, was auch eine ganzjährige Brut ermöglicht. Leider werden Tauben zu Unrecht oft als "Ratten der Lüfte" bezeichnet. Genau weil der Mensch auch Verantwortung dafür trägt, dass die frühere Haustaube nun zur verwilderten Stadttaube geworden ist, liegt es auch in unserer Verantwortung, uns um diese Geschöpfe zu kümmern. 

Kaum eine andere Tierart ist in der Stadt so umstritten wie die Taube. Als Friedenstaube verehrt, als Stadttaube teilweise geliebt und teilweise gehasst. Sie ist das erste (ca. 6000 vor Christus) namentlich in alten Schriften erwähnte Haustier und galt ab dem frühen Mittelalter als wichtiger Fleisch- und Eierlieferant. Um anstelle von zwei bis vier Bruten bis zu sechs vollständige Bruten zu erzielen, wurde die Taube mit viele Mühe so gezüchtet. Was viele nicht wissen ist, dass es sich hier um kein Wildtier, sondern um einen Kulturfolger handelt. Ihre überdurchschnittliche Vermehrung ist daher ein von Menschen gemachtes Problem. Tauben haben ein friedliches, sanftes Wesen und symbolisieren, wie bereits erwähnt, neben Frieden und Liebe im Christentum auch den Heiligen Geist. In moslemischen Ländern hat die Taube wiederum eine besondere Bedeutung und taucht im Koran als Helferin des Propheten auf. Auch galt sie oder gilt sie immer noch als verlässlicher Überbringer von Botschaften. So wandelte sich die Wahrnehmung der Menschen von einer wunderschönen Brieftaube zur widerlichen Stadttaube.

Natürliche Feinde stellen Greifvögel (Sperber, Wanderfalke, Habicht, Uhu, selten Mäusebussard, sehr selten Turmfalken), Marder und Katzen, aber auch der Mensch durch den Straßenverkehr, Waffen und nicht selten auch Girft dar. Eier und Nestlinge fallen auch Nesträubern wie Eichhörnchen, Katzen, Elstern und Mardern zum Opfer. 

Nebel- und Rabenkrähen sind für Stadttauben ebenfalls als Feinde anzusehen, da sie als Nesträuber und Prädatoren kranker Tauben tätig werden. Im städtischen Bereich in Österreich sind diese Krähen somit die effektivsten Gegenspieler der Tauben. In Deutschland wird hingegen beobachtet, dass der Habicht diese Position einnimmt.

Die Taubenfamilie umfasst ungefähr 42 Gattungen und insgesamt mehr als 300 verschiedene Arten. Die größte Vielfalt unter ihnen findet man im Bereich von Südasien bis Australien. 

Steckbrief
  • Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
  • Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
  • Klasse: Vögel (Aves)
  • Ordnung: Taubenvögel (Columbiformes)
  • Familie: Tauben (Columbidae)
Ernährung

In Mitteleuropa kommen fünf Taubenarten vor. Alle heimischen Taubenarten nehmen fast ausschließlich pflanzliche Nahrung, wie Samen, Beeren und andere Früchte sowie junge Triebe und Knospen zu sich. Da sie in der Regel nicht in der Lage sind, Körner oder Samen zu enthülsen, werden diese im Ganzen aufgenommen und verschluckt. Nur bei der Ringeltaube (siehe oben) erfolgt die Nahrungssuche neben dem Boden auch auf Bäumen und Sträuchern. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vögeln können sie Wasser ansaugen und müssen deshalb ihren Kopf beim Trinken nicht heben. Als Besonderheit bei der Aufzucht wird von Tauben die sogenannte Kropfmilch gebildet, die von beiden Geschlechtern, also beiden Elterntieren, produziert wird und der Ernährung der Jungen dient. 

Eine kontrollierte Fütterung ist zielführend.

Die Meinung, dass es den Tauben in der Stadt prächtig geht ist ein Trugschluss. Oft handelt es sich auch um Brieftauben, die verirrt und erschöpft sind. Eigentlich ist sie ein Körnerfresser. Sie würde ca. 40 Gramm Körner pro Tag benötigen, doch in den Betonschluchten der Städte kann sie kaum genug artgerechtes Futter bekommen. So lebt sie in Städten zwangsweise als Allesfresser. Die Todesursache von vielen Tauben ist Dehydrierung und Untergewicht. Deshalb ist eine kontrollierte und auf Tauben ausgerichtete Fütterung zielführend. Auch das Problem mit dem Taubenkot wäre dadurch größtenteils behoben. Der Hungerkot, der in großen flüssigen Klecksen abgesondert wird ist eine Folge der nicht artgerechten Nahrungsaufnahme. Würden die Tauben jedoch mit artgerechtem Futter versorgt werden, würde sich der Kot in kleine, feste Häufchen verändern, der sich als hervorragender Dünger eignet.

Fortpflanzung

Die Nester von Tauben sind meist kleinere Plattformen aus Zweigen, seltener wird in Höhlen von Bäumen, auf Felsen oder in bzw. auf der Erde gebrütet. Bei nestbauenden Arten erfolgt der Bau im Wesentlichen durch das Weibchen, das männliche Tier übergibt diesem jedoch die zum Bau benötigten Äste und Zweige. Die Gelege umfassen in der Regel nur ein oder zwei elliptische, einfarbige Eier. Bei den meisten Arten sind die Eier rein weiß, nur bei einigen bodennah brütenden Arten kommen cremefarbene oder blass-gelbbraune Eier vor. Die Jungen sind Nesthocker, die nackt oder mit gelben Flaubfedern lediglich spärlich bedeckt schlüpfen. Die Monogamie bis zum Lebensende ist bei vielen Arten die bevorzugte Lebensweise. 

Mitteleuropäische Taubenarten

Unsere Straßentaube, die auch unter dem Namen Stadttaube bekannt ist, ist die verwilderte Form der Haustaube, die ihrerseits ursprünglich von der Felsentaube abstammt. In Städten ist sie vorzugsweise an Bahnhöfen und an hohen Gebäuden anzutreffen. Sie ist ein ausgesprochen geschickter bis zu 160 km/h schneller Flieger. So gelingt es ihr in der Stadt Kollisionen zu vermeiden und potentiellen Feinden zu entkommen.

Die Felsentaube hat einen hellgrauen Rücken, Körperunterseite und Kopf sind dunkelgrau gefärbt. An den Flügeln sind zwei breite schwarze Binden sichtbar, am Hals schimmert ein grün-violetter Kehlfleck. Bei den sehr anpassungsfähigen Straßentauben sind durch Kreuzung verschiedener Haustaubenzüchtungen vielfältige Färbungen entstanden: auch gefleckte, weiße, graue oder braune Tauben kommen vor. Es werden in etwa drei bis vier Bruten pro Jahr aufgezogen. Stadttaubenpärchen bleiben meist lebenslang zusammen und können bis zu 10 Jahre alt werden. 

Die Türkentaube ist kleiner als die Straßentaube und durch ihren einheitlich hellgrau-braunen Körper mit dem schwarzen Kragen und den dünkleren Flügelspitzen gut von anderen Tauben zu unterscheiden. Ihre Brust und in geringem Ausmaß auch ihr Kopf schimmern rosafarben. Seit ca. 100 Jahren hat sich diese Taubenart ausgehend von der Türkei über nahezu ganz Europa verbreitet, was auch zu ihrer Namensgebung geführt hat. Die Türkentaube ist in Dörfern und Vorstädten, aber auch in Wäldern, Parks und in Städten häufig anzutreffen. Meist kommen zwei bis drei, gelegentlich auch mehr Bruten pro Jahr vor. Ihr charakteristischer, dreisilbiger Ruf ("ku-kuuuh-ku") ist unverkennbar. Wie die Straßentauben sind auch die Türkentauben Standvögel, die im Winter am gleichen Ort bleiben. Ein Paar bleibt ein Leben lang zusammen. 

Die Ringeltaube ist eine große, massige Taube, die oft in Schwärmen anzutreffen ist. Durch ihren weißen Halsfleck und das große weiße Flügelband ist sie leicht von anderen Tauben zu unterscheiden. ihr Körper ist dunkelgrau, die Brust rosa gefärbt. Die Ringeltaube kommt neben Wäldern und Parkanlagen auch in der Stadt vor. Das Männchen bietet dem Weibchen mehrer Nester an, aus denen sie auswählen kann. Es werden ein bis zwei Gelege pro Jahr großgezogen. Je nach Verbreitungsgebiet sind Ringeltauben Kurzstreckenzieher, der Großteil bleibt jedoch auch im Winter an seinem Standort. In der Regel führen sie eine monogame Saisonehe, bei Standvögeln sind auch langfristige Paarbildungen möglich. Ringeltauben können in Ausnahmefällen über 15 Jahre alt werden. Leider werden Ringeltauben in einigen Ländern stark bejagt. Im Gegensatz zu Deutschland, wo die Ringeltaube schon regelmäßig überwintert, sind diese Tauben in Österreich noch Zugvögel.

Die Hohltaube ist vom Aussehen her der Ringeltaube sehr ähnlich, aber deutlich kleiner und weist keine weißen Flecken am dunkelblau-grauen Körper auf. Sie hat einen grün-glänzenden Halsfleck und eine weinrot-bräunliche Brust. Ihre Flügel weisen zwei kurze dunkle Bänder, sowie schwarze Spitzen und einen schwarzen Hinterrand auf. Die Hohltaube ist in landwirtschaftlich genutzten Gebieten, Parks, Mooren, aber auch im Hochland anzutreffen. Sie bebrütet im Unterschied zu den anderen heimischen Taubenarten ihre zwei bis drei Gelege pro Jahr in Baum- oder Felshöhlen. Hohltauben sind Zugvögel, die im Winter nach West- und Südeuropa ziehen. Sie bleiben meist ein Leben lang mit ihrem Partner zusammen, zumindest jedoch für eine Brutsaison. 

Die Turteltaube unterscheidet sich in der Färbung deutlich von den anderen mitteleuropäischen Tauben. Ihre Oberseite ist turmfalkenähnlich orange-braun mit dunklen Flecken, auffällig ist zudem der schwarz-weiß gestreifte Nackenfleck. Ihre Brust ist rosa, die Schwanzspitze weiß. Turteltauben sind deutlich kleiner als Stadttauben und besonders häufig im Mittelmeerraum anzutreffen. Bevorzugte Brutplätze in Mitteleuropa stellen Laubwälder mit Lichtungen sowie Hecken dar. In der Regel findet nur eine Brut pro Jahr statt. Wie die Hohltaube ist auch die Turteltaube ein Zugvogel und in Mitteleuropa nur von Mai bzw. Juni bis September anzutreffen. Bei der Reise in ihre Überwinterungsgebiete werden die Schwärme nicht selten bejagt. Turteltauben führen meist eine monogame Saisonehe. 

 

Tierfreundliche Bestandskontrolle


Gerade beim Taubenthema gibt es viele Ängste und Vorurteile. Für den notwendigen Rückhalt in der Bevölkerung gilt es diese durch Information und Aufklärung auszuräumen. Teilweise werden sie auch als Schädlinge gesehen, was aber sicherlich sehr fraglich ist, weil sie die wesentlichen Bedingungen für diese Bewertung nicht erfüllen. Die oftmals befürchtete Gesundheitsgefährdung ist nicht größer als durch Zier- und Wildvögel sowie durch Nutz- und Liebhabertiere. Das Ziel sollte eine tiergerechte und ökologisch sinnvolle Bestandskontrolle der Stadttaubenpopulation sowie die Verhinderung tierquälerischer Maßnahmen gegen die Tauben sein. Ein Blick ins Ausland würde sich daher lohnen. Viele europäische Städte zeigen bereits vor, wie effizientes Taubenmanagement funktioniert und streben danach, den Schutz von historischer Bausubstanz und den Tierschutz in einen vernünftigen und wirtschaftlich sinnvollen Einklang zu bringen.

Die gegenständlichen Aufnahmen stammen von Hermann Hofer, welcher als Urheber gilt.
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