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KANARIENVOGEL

Herkunft und Lebensweise

Die Zucht der Kanarienvögel nahm vor zirka 500 Jahren ihren Ausgang von den wildlebenden Kanariengirlitzen (Serinus canaria), deren Heimat die Kanarischen Inseln sind. Kanariengirlitze leben gesellig. Durch ihr grünliches, grauschwarz gezeichnetes Gefieder sind sie an ihren Nistplätzen in Büschen und Bäumen gut getarnt. Auch bei der Futtersuche bleiben sie in kleinen Schwärmen zusammen. Unüberhörbar ist der variationsreiche, schöne Gesang der Männchen.

Kanarienrassen

Heute unterscheidet man weit über 100 Rassen. Diese teilen sich auf drei große Gruppen auf:
•    Gesangskanarien: Charakteristisch sind Reinheit und Schönheit des Gesanges (zum Beispiel Harzer Roller, Belgischer Wasserschläger, American Singer, Timbrados).
•    Farbkanarien: Neben den bekannten gelben gibt es auch weiße, rote, orange, braune, graue und andere Schläge in vielen Schattierungen.
•    Gestaltkanarien (Positurkanarien): Bestimmte Größen, Körperhaltungen und Gefiederformen - wie Locken und Häubchen - kennzeichnen diese Rassen (zum Beispiel Lizard, Pariser Trompeter).

Physiologische Daten


•    Lebenserwartung: zehn bis zwölf Jahre
•    Geschlechtsreife: acht bis zwölf Monate
•    Zuchtreife: acht bis zwölf Monate
•    Gelege pro Jahr: zwei bis drei
•    Brutphasen pro Jahr: zwei, maximal drei
•    Eier pro Gelege: vier bis sieben
•    Brutdauer: 13 Tage
•    Nestlingszeit: zirka 25 Tage

Geschlechtsdifferenzierung

Männchen: Die Federn sind in Augenumgebung intensiv gefärbt. Borstige Federn befinden sich in Schnabelnähe. Ab dem fünften Lebensmonat ist die Kloake (gemeinsame Öffnung für Harn, Kot und Fortpflanzungsprodukte) zylinderförmig ausgestülpt. Zwischen Bauchdecke und Kloake ist ein deutlicher Winkel zu erkennen.
Im Gegensatz zum Gesang der Männchen piepsen Weibchen nur. Die Kloake liegt im Niveau der Bauchwand.

Haltung als Heimtier

Aufgrund ihrer geselligen Lebensweise (Schwarmvögel) sind Kanarienvögel für die Einzelhaltung nicht geeignet. Für ein optimales Wohlbefinden sind ein oder mehrere Artgenossen als Sozialpartner notwendig. Sie brauchen reichlich Bewegung und daher einen entsprechend großen Käfig oder eine Volière (großer Vogelkäfig) und täglich Freiflug. Die ganzjährige Haltung im Freien ist möglich. Erforderlich ist eine Freivolière in Verbindung mit einem Schutzhaus.
Kanarienvögel werden handzahm. Voraussetzung dafür ist, dass man den Tieren regelmäßig Zeit widmet, sie anspricht oder pfeift und mit Ruhe und Umsicht mit ihnen umgeht. Man darf nicht mit der Hand in den Käfig greifen und sie auch nicht mit den Händen abfangen! Dies löst Panik aus. Vielmehr soll man die Vögel auf sich zukommen lassen und sie mit Leckerbissen (zum Beispiel Apfelstück) anlocken. So werden sie allmählich vertrauter und nähern sich mehr und mehr an. Selbst handzahme Kanarienvögel sind keine Schmusetiere. Der Umgang mit ihnen muss vorsichtig erfolgen. Scheu und Fluchtverhalten ist zu respektieren.

Unterbringung und Käfigeinrichtung

Es sollen nur eckige Käfige verwendt werden. Nischen und Bögen schränken die Bewegung der Tiere ein. Rundkäfige sind gänzlich ungeeignet. Kanarienvögel klettern im Gegensatz zu Wellensittichen nicht, sondern hüpfen und fliegen nur. Sie brauchen deshalb große Käfige, die diese Bewegungen ermöglichen. Die Gitterstäbe müssen so eng gesetzt sein, dass die Vögel nicht den Kopf durchstecken können. 
Der Käfig soll an einem hellen, ruhigen und zugluftfreien Platz, vor durchgehender direkter Sonneneinstrahlung geschützt aufgestellt werden. Er sollte sich mindestens in Tischhöhe - idealerweise in Augenhöhe und optimal in einer Zimmerecke in Fensternähe befinden. Bei freier Aufstellung im Raum müssen die Rückwand und die Seitenwände für die Geborgenheit der Vögel geschlossen sein.
Ein Bodenschuber mit Vogelsand oder Grit ist notwendig. Dieser bindet Kot und wird außerdem von den Vögeln aufgenommen. Dann dient er als Verdauungshilfe im Magen. Sitzstangen aus weichen Naturästen unterschiedlicher Stärke werden in verschiedener Höhe so befestigt, dass die Vögel von Stange zu Stange mit ein paar Flügelschlägen hüpfen können. Dünnere Stangen sind zum 2/3-Umfassen mit den Krallen, dickere Stangen zur Förderung der "Fußgymnastik" und der Krallenabnützung erforderlich. Vor den Futter- und Trinknäpfen und dem Badehäuschen wird je eine Stange angebracht.
Das Badehäuschen mit zwei Zentimeter Wassertiefe soll nicht am Boden aufgestellt werden, da es sonst rasch verschmutzt. Futternapf, Trinknapf (beziehungsweise Futter- und Wasserautomaten) werden so angebracht, dass sie nicht durch Kot verunreinigt werden. Sie sollen von außen bedienbar sein (Schutz vor Erschrecken). Eine Sepiaschale dient der Schnabelpflege und Mineralstoffversorgung. Diese wird innen an den Käfigstangen befestigt.

Täglicher Freiflug in vogelsicherem Raum

In Käfigen gehaltene Kanarienvögeln brauchen täglich mindestens zwei Stunden Freiflug in einem für sie sicheren Raum. Folgende Sicherheitshinweise sind zu beachten:
•    Fenster und Türen geschlossen halten, auch nicht kippen
•    Betreten und Verlassen des Raumes in Ruhe und Umsicht, ohne hektische Bewegungen
•    Gardinen vor Fensterscheiben ziehen, Spiegel abdecken
•    Kein offenes Feuer (Kamin, Kerzen), keine heißen Herdplatten, Kochtöpfe, Lampen
•    Enge Spalten (zum Beispiel zwischen Möbeln) absichern
•    Chemikalien, Medikamente, Alkohol oder giftige Zimmerplanzen dürfen nicht erreichbar sein

Fütterung

Das Futter muss abwechslungsreich und ausgewogen sein.
Als Hauptfutter eignen sich Körner und Sämereien wie zum Beispiel Kanarienmischfutter. Dieses besteht aus Sommerrübsen, Glanzsamen, Rollhafer, Ramtillsamen, Hanfsamen und Leinsamen.
Als Grünfutter eignen sich Obst, Salat, frische Blätter und Triebe wie zum Beispiel Apfel- und Birnenstücke, Kopfsalat, Spinat, junge Blätter und Triebe von Huflattich, Vogelmiere, Wegerich oder Löwenzahn. Alles muss frisch, ungespritzt (Vorsicht bei gekauftem Salat) und gewaschen sein.
Als Ergänzungsfutter sind gekeimte Körner (Weizen, Hafer), Weichfutter aus dem Handel und eine Sepiaschale zu empfehlen.
Frisches Trinkwasser muss ständig zur Verfügung stehen.

Umgang und Pflege

Täglich müssen die Futterreste entfernt werden. Käfigboden, Futter- und Trinknäpfe werden jeden Tag gesäubert. Frisches Futter und Trinkwasser ist wichtig. Das gereinigte Badehäuschen wird mit frischem Wasser gefüllt. Die Funktion von Futter- und Tränkeautomaten müssen regelmäßig überprüft werden.
Wöchentlich muss der Käfig einschließlich Käfigboden, Sitzstangen und Ästen gesäubert und der Sand erneuert werden. Die angegebenen Pflegehinweise verstehen sich als Richtwerte. Bei stärkerer Verschmutzung ist natürlich häufiger zu reinigen.
Monatlich wird die Krallenlänge überprüft. Bei übermäßigem Längenwachstum der Krallen und des Schnabels infolge unzureichender Abreibung ist das Kürzen erforderlich. Ringe sind täglich zu kontrollieren, bei Gefahr des Einwachsens sind sie zu entfernen.
Bei geringsten Anzeichen von Gesundheitsstörungen (aufgeplustertes Gefieder, Augenausfluss, Niesen, Durchfall, vermehrte Unruhe oder Juckreiz, vergrößerter Kropf) ist der praktische Tierarzt aufzusuchen.

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