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Verhalten bei tierischen Notfällen

Wie beim Menschen sind auch bei Tieren in Notfällen  „Erste Hilfe“ Soforthilfemaßnahmen nötig, mit denen man bei einem erkrankten oder verunglückten Tier größere, gesundheitliche Schäden abwenden kann.

Verhalten im Notfall

Bewahren Sie Ruhe und bringen Sie sich und andere Menschen nicht in Gefahr. Arbeiten Sie rasch und überlegt, die Zeit ist der entscheidende Faktor. Bei einer Situation im Straßenverkehr ist die Unfallstelle abzusichern. Handeln Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten und erhöhen Sie nicht das Risiko durch Selbstüberschätzung. Organisieren Sie weiterführende Hilfe.

Vorgangsweise am verletzten Tier

Nähern Sie sich dem Tier vorsichtig und langsam und verschaffen Sie sich einen Überblick: Ist das Tier bei Bewusstsein, atmet es, befindet es sich im Schock, sind Wunden oder Brüche zu sehen?
Reden Sie ruhig auf das Tier ein und streicheln Sie es sanft. Je nach Bedarf sollte es gekühlt oder warm gehalten werden. Bei aggressiven Tieren sollten Sie zum Schutz einen Maulkorb oder eine Maulschlinge anlegen. Beschränken Sie die Untersuchung aufs Wesentliche. Eine detaillierte Untersuchung sollte vom Tierarzt durchgeführt werden.

 Untersuchung und Normwerte

  1. Ist das Tier ansprechbar oder befindet es sich im Schockzustand
  2. Beurteilen Sie die Atemfrequenz: Hierzu achten Sie auf das Heben und Senken des Brustkorbs: Hunde 10-30 Atemzüge/Minute (kleine Hunde 20-50), Katzen 20-40 Atemzüge/Minute
  3. Die Herzfrequenz bzw. den Puls messen Sie, indem Sie entweder die flache Hand direkt an den Brustkorb und das darunter liegende Herz auflegen oder mit zwei Fingern an der Innenseite der Oberschenkel die Arteria femoralis ertasten. Die physiologische Pulsfrequenz liegt bei Hunden bei 60-80/Minute (kleine Hunde 80-120) und bei Katzen bei 110-130/Minute
  4. Fehlen bei einem bewusstlosen Tier Atmung, Puls und Herzschlag muss sofort mit der Wiederbelebung (siehe unten) begonnen werden!
  5. Als Nächstes beurteilt man die Farbe der Maulschleimhaut, des Zahnfleisches und der Lidbindehäute. Beim gesunden Tier sind diese rosarot, feucht und glatt.
  6. Die innere Körpertemperatur wird rektal mithilfe eines Fieberthermometers gemessen. Die Normaltemperatur beträgt bei großen Hunden 38,0-38,5°C, bei kleinen Hunden 38,5-39°C und bei Katzen 38,5-39,3°C
  7. Tasten Sie das Tier gründlich aber vorsichtig am gesamten Körper und den Gliedmaßen ab und achten Sie auf Wunden, Schwellungen, Verformungen und Schmerzhaftigkeit
  8. Die Geh- und Stehfähigkeit beurteilt man, indem man das Tier aufstellt und versucht es zum Gehen zu animieren

Wiederbelebung

Bei der Wiederbelebung wird ein Maßnahmenschema, die so genannte ABC-Regel, angewendet. A steht für Airways (=Atemwege freimachen), B steht für Breathing (=Beatmung) und C steht für Circulation (=Blutkreislauf, Herzdruckmassage). Rufen Sie Hilfe, da für eine erfolgreiche Wiederbelebung mindestens zwei Personen benötigt werden. Es sollte auch sofort ein naheliegender Tierarzt informiert und der Transport dorthin organisiert werden. Als Erstes muss überprüft werden, ob sich in Maul und Nase Fremdkörper, Erbrochenes oder Ähnliches befinden und die Luftzufuhr blockieren. Anschließend wird mit der Mund-zu-Nase-Beatmung begonnen. Hierfür wird das Tier auf die rechte Seite gelegt, der Kopf und der Hals gestreckt und das Maul geschlossen gehalten. Sie nehmen die Nase des Tieres in den Mund und atmen kräftig circa alle drei Sekunden aus. Der Brustkorb sollte sich dabei deutlich heben und senken. Zeitgleich starten Sie mit der Herzdruckmassage. Bei kleinen Tieren legen Sie die Hand an den Brustkorb. Den Daumen auf die eine Seite, die restlichen Finger derselben Hand auf die andere Seite und umfassen sozusagen das Herz. Mit Ihren Fingern üben Sie je nach Größe des Tieres leichten bis kräftigen Druck aus. Bei größeren Hunden legt man beide Hände übereinander mit dem Handballen der unteren Hand (wie bei der Herzmassage des Menschen) auf die linke Brustkorbseite auf Höhe des Ellbogens. Der Brustkorb sollte mit einer Frequenz von 80-120/Minute um circa ein Drittel eingedrückt werden. Es sollten im Wechsel zehn Herzmassagen und zwei Beatmungen durchgeführt werden.

Wenn nach zehn Minuten Wiederbelebung die Schleimhäute bläulich sind, kein Herzschlag zu spüren ist, die Pupillen weit sind und Druck auf die Hornhaut des Auges keine Reaktion hervorruft, so ist leider davon auszugehen, dass die Wiederbelebung erfolglos war und das Tier nicht mehr lebt.

Schock

Als Schock wird ein völliger Kreislaufzusammenbruch bezeichnet. Um die Durchblutung der überlebenswichtigen Organe (Herz, Gehirn, Lunge, Leber, Niere) zu sichern, kommt es zur Zentralisation des Kreislaufs und die peripheren Gliedmaßen werden weniger stark durchblutet. Ein Schockzustand bedeutet Lebensgefahr und ist eine häufige Begleiterscheinung eines Unfalles.
Ursachen hierfür sind große Blut- und Flüssigkeitsverluste, starke Schmerzen, Infektionen, allergische Reaktionen, Vergiftungen und Angstzustände (vor allem bei Vögeln und Nagern).

Schocksymptome

  • blasse und trockene Schleimhäute (Maulschleimhaut und Zahnfleisch)
  • schwacher, schlecht zu tastender aber schneller Puls
  • Teilnahmslosigkeit, Schwäche bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • Schnelle, oberflächliche Atmung
  • Zittern, Frösteln
  • kalte Gliedmaßen und Haut       

Schockbekämpfung

  • beruhigen Sie das Tier, sprechen Sie ruhig darauf ein
  • legen sie es in Seitenlage auf eine weiche Unterlage
  • falls die Atemwege verlegt sind, legen Sie diese von Erbrochenem, etc. frei
  • stillen Sie Blutungen und versorgen Wunden
  • suchen Sie so rasch wie möglich den nächsten Tierarzt auf und informieren Sie diesen vorab

Verletzungen und offene Wunden

Verschiedene traumatische Einwirkungen können zu unterschiedlichen Verletzungen wie Biss-, Riss-, Stich-, Schnitt-, Schuss- oder Schürfwunden führen. Es können aber auch innere Verletzungen wie z.B. Knochenbrüche die Haut durchtrennen. Oft sehen Wunden oberflächlich nur sehr klein aus, es können aber darunter liegende Strukturen verletzt sein, oder sich tiefe Wundtaschen bilden. Man sollte die Folgen daher nicht unterschätzen. Der Schweregrad einer Verletzung wir durch Größe, Lage und Blutungsneigung bestimmt. Besonders gefährliche Lokalisationen sind: Hals, Brustkorb, Bauch und die Beine.

Wundversorgung

  • nicht blutende Wunden mit klarem Wasser oder alkoholfreien Desinfektionsmittel reinigen, vorsichtig Schmutz und Haare entfernen anschließend abdecken
  • bei kleineren, blutenden Wunde decken Sie diese mit einer sauberen Auflage (sterile Wundauflage aus dem Erste Hilfe Kasten, Taschentuch etc.) ab und üben Sie gleichmäßigen Druck mit Ihren Fingern aus, bis es zum Stillstand der Blutung kommt
  • im Idealfall kann ein Druckverband angelegt werden; hierfür die Wunde mit einer sterilen Kompresse abdecken, mit einer Polsterschicht umwickeln (Verbandswatte, Taschentücher) und mit einer elastischen Binde fixieren, um die Blutung zu stoppen
  • je früher die Verletzung einem Tierarzt gezeigt wird, desto höher ist die Chance für eine komplikationslose Heilung

Frakturen, Verstauchungen

Ursachen hierfür sind unter anderem Autounfälle, Stürze (Fenster, Balkon, Dach), Schläge und Tritte sowie ungeschickte Bewegungen beim Laufen und Spielen. Wenn das frakturierte Knochenstück die Haut durchstößt, spricht man von einer offenen Fraktur. Die wichtigste Sofortmaßnahme ist die Ruhigstellung und Stabilisierung der betroffenen Stelle. Dem Hund sollte davor unbedingt ein Maulkorb oder eine Maulschlinge angelegt werden. Im Anschluss muss sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.

Vergiftungen

Die Symptome bei Vergiftungen sind sehr vielfältig und unspezifisch und werden daher vom Tierhalter häufiger vermutet, als sie tatsächlich auftreten. In den meisten Fällen sind Medikamente, Chemikalien, Gifte und Pflanzen verantwortlich.

Symptome

  • ZNS-Symptome: Unruhe, starkes Zittern, Krampfanfälle, Lähmungen
  • Gastrointestinale Symptome: Durchfall, Erbrechen, starkes Speicheln
  • Respiratorische Symptome: Atemnot, Husten
  • Kardiovaskuläre Symptome: Apathie, Schwäche, blasse Schleimhäute, blaue Schleimhäute
  • Renale Symptome: Veränderungen der Harnfarbe und –menge, sowie Veränderungen von Farbe und Geruch
  • Dermale Symptome: Blässe, Rötung, Einblutungen, Ausschläge

Erste Hilfe bei Vergiftungen

  • weitere Giftaufnahme unterbinden
  • sofort Tierarzt aufsuchen, da die Notfalltherapie nur dort durchgeführt werden kann
  • wenn möglich, Proben des Giftes, Verpackung etc. mitnehmen

Magendrehung

Die Magendrehung ist eine Erkrankung, die vor allem große Hunderassen betrifft. Da sich der Hund in akuter Lebensgefahr befindet, muss sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Am besten informiert man ich schon vorab telefonisch, damit er alles für die lebensnotwendige Operation vorbereiten kann.

Symptome

  • plötzliches Aufgasen und ein tonnenförmiger Bauch
  • Unruhe
  • Bauchschmerzen, Stöhnen
  • vermehrtes Aufstoßen und Speicheln
  • blasse Schleimhäute, Kreislaufversagen
  • Erbrechen ist nicht möglich

Hitzschlag

Bei einem Hitzschlag steigt die innere Körpertemperatur lebensbedrohlich an. Häufig beobachtete Symptome sind Schwindel, Übelkeit und Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit. Durch weitere Überhitzung kommt es zu einem Gehirnödem (Flüssigkeitsansammlung im Gehirn), das oft zum Tod führt.

Erste Hilfe Maßnahmen

  • Tier sofort in den Schatten bringen
  • mit feuchten Tüchern kühlen
  • Wasser anbieten
  • bei Bewusstseinsveränderungen unverzüglich Tierarzt aufsuchen – Lebensgefahr
  • Vorbeugung ist das beste Mittel gegen Hitzschlag

Folgende Stellen können Sie im Notfall kontaktieren:

Vergiftungszentrale

+43 1 406 43 43